| Evangelische Kirchengemeinde Geldern
RHEINISCHE POST 29. März 2011

Pfarrerin Heimann im AmtSeit Februar ergänzt Sabine Heimann die Arbeit des protestantischen Pfarrers Ralf Streppel. Jetzt wurde sie offiziell in ihr Amt als Pfarrerin eingeführt. An dem Gottesdienst nahm auch Superintendent Joachim Wefers teil. VON CHRISTINA RADEMACHER Geldern Nach dem Einführungsgottesdienst hatte Sabine Heimann, die neue evangelische Pfarrerin in Geldern, kaum Zeit, um ein Schluck Wasser zu trinken. Von allen Seiten prasselten Glückwünsche auf die 50-Jährige ein. Nachdem Sabine Heimann von Siegburg in die Herzogstadt gezogen war, ergänzt sie seit Februar die Arbeit von Pfarrer Ralf Streppel. Am Sonntag fand nun der offizielle Einführungsgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche mit anschließendem Empfang im Gemeindezentrum statt. „Einführungsgottesdienste laufen immer nach demselben Prinzip ab“, erklärte Heimann. Bis zur Einführung leitete Pfarrer Streppel den Gottesdienst, bis Heimann dann übernehmen durfte. Ein Höhepunkt des 75-minütigen Gottesdienst stellte neben der Ansprache des Superintendenten des evangelischen Kirchenkreises Kleve, Pfarrer Joachim Wefers, das Lied „Oh happy day“ dar. Nach der Predigt von Heimann spiegelte der Titel, gesungen von der Kantorei, wohl den Tag der Pfarrerin am besten wieder. Kaum hatte die Pfarrerin sich im Gemeindezentrum umgezogen, wurde sie nach vorne gerufen, wo Kantorei und Bläserkreis sie willkommen hießen. Nicht nur weil Heimann selber Mitglied der Kantorei in Geldern ist, wussten die Aktiven, dass die Pfarrerin Hund und Pferd mit nach Geldern gebracht hatte. Das folgende Ständchen, das von Hufeisengeklapper begleitet wurde, war demzufolge auch nur für ihr Pferd Fortuna bestimmt. Heimann freute sich und rechtfertigte in Hinblick auf das Hufeisen ihr Pferd: „So große Hufe hat Fortuna aber nicht.“ Kaum hatte der Bläserkreis das sehr gut besuchte Gemeindehaus verlassen, ergriff Pfarrer Ralf Streppel das Wort. Nachdem er die vielen Ehrengäste, wie Bürgermeister, Vertreter von vielen Institutionen aus Geldern und andere Pfarrer begrüßt hatte, widmete er seine Worte der neuen Kollegin: „Ich hoffe du kannst heute den Tag mit deinen Familienangehörigen, Freunden und ehemaligen Weggefährten genießen. Wir freuen uns und sind froh, dich in unserer Gemeinde als Pfarrerin noch mal offiziell willkommen zu heißen“. Anschließend ging er dem traditionellen Brauch nach und wickelte ein indonesisches Tuch um Heimann, das Geber und Empfänger verbindet und sie in den Schutz Gottes einbindet. Heimann war glücklich, so gut in die Gemeinde aufgenommen worden zu sein: „Ich hatte einen sehr schönen Tag.“ Rheinische Post am 17. Dezember 2010
Neue Pfarrerin bringt Tiere mitGemeinsam mit Pfarrer Ralf Streppel wird Sabine Heimann für die evangelischen Christen in Geldern da sein. Bevor sie offiziell zum 1. Februar anfängt, wird sie Heiligabend schon zwei Gottesdienste halten. VON BIANCA MOKWA Geldern Ihre Dienststelle ist zurzeit noch in Siegburg. Zum 1. Februar wird Sabine Heimann die freie zweite Pfarrstelle der evangelischen Kirchengemeinde in Geldern ausfüllen und die Arbeit von Pfarrer Ralf Streppel ergänzen. „Geldern ist gemeindlich in Bezirke aufgeteilt. Aber es gibt auch viele Sachen, die wir gemeindeübergreifend machen“, umreißt die 50-Jährige ihre zukünftigen Aufgaben. Auf ihren Stippvisiten in der neuen Heimat hat sie die Herzogstadt schätzen gelernt. „Immer wenn ich in Geldern bin, mache ich kleine Touren, um den Ort kennen zu lernen.“ Ihr gefällt die Größe der Stadt. „Man ist schnell draußen in der Natur und hat trotzdem Stadtgefühl.“ Von Anfang an habe ihr die Heilig-Geist-Kirche besonders gut gefallen. „Der quadratische Bau betont das Gemeinschaftsgefühl ganz anders als etwa eine lange schmale Kirche.“ Besonders freut sie sich aber auf die vielen persönlichen Kontakte. Ein festes Programm hat sie nicht dabei. „Was jetzt passiert, ist eine Begegnung mit der Gemeinde und mir. Ich möchte offen sein, hören, sehen und begegnen.“ Ihr komme es auf die Zusammenarbeit an, gemeinsam mit den Mitarbeitern im Prozess zu sein. Bisher war sie als Regionalpfarrerin im Gemeindedienst für Mission und Ökumene der evangelischen Kirche im Rheinland in der Region Köln-Bonn für 130 Gemeinden zuständig. Ihre Aufgabe war es, Fragen der Mission, nach Bewahrung der Schöpfung, Globalisierung und dem Ausgleich zwischen Arm und Reich, in die Gemeinden zu tragen. Als Referentin sei sie dafür viel unterwegs gewesen. Deswegen freue sie sich umso mehr auf die Ortsgemeinde in Geldern. Begleitet wird sie beim Umzug von ihrer Hündin Cara und Pferd Fortuna. Die Region ist für Heimann nicht völlig fremd, ursprünglich stammt sie aus Essen. Groß geworden ist sie in einer volkskirchlichen Familie. Da bereits Onkel und Vetter Theologie studierten, war das auch für sie kein ferner Beruf. „Als ich anfing, gab es sehr wenig Pfarrerinnen. Das war damals noch eher ein Männerberuf“, erinnert sie sich. Zunächst habe sie Theologie und Geschichte auf Lehramt studiert. „Aber ich habe gemerkt: Mein Herz schlägt für Theologie“, sagt die zukünftige Geldernerin. Sie habe für sich den entscheidenden Schritt geschafft vom vertrauensvollen Kinderglauben in die persönliche Auseinandersetzung mit Lebensfragen. Großen Anteil daran hätten ihre Großmütter gehabt. „Sie haben im Alltag die Beziehung zum Glauben hergestellt“, erinnert sich Heimann. Dies sei geschehen, indem sie zum Beispiel vor einer Reise einen Segensspruch sagten. Von diesen Erfahrungen zehrt sie heute noch. Auf die Pfarrstelle in Geldern habe sie sich bewusst beworben. Impuls war ihr 50. Geburtstag, nach dem Motto „Wenn Veränderung, dann jetzt.“
| Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Lokalausgabe | Rheinische Post Geldern 17.12.2010 |
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Rheinische Post am 24. September 2010 
Beichte auch bei Protestanten Viele Menschen wissen nicht, dass es die Möglichkeit zur Beichte auch in der evangelischen Kirche gibt. Deshalb befasst sich das „Geistliche Wort“ im Gelderner Gemeindebrief mit diesem Thema.
VON STEFAN KRIEGEL
Geldern Die Beichte gehört in der katholischen Kirche zu den Sakramenten. Dass es diese Möglichkeit zum Bekenntnis und zur Vergebung der Sünden in der evangelischen Kirche auch gibt, wissen viele Menschen nicht. Auch deshalb hat Ralf Streppel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Geldern, das „Geistliche Wort“ zu Beginn des jüngsten Gemeindebriefes diesem Thema gewidmet.
In dieser Abhandlung ist unter dem Thema „Die Beichte - ein Angebot Gottes“ Pfarrer Heiner Mausehund zitiert, der sich für die Internet-Gemeindebriefaktion der evangelischen Kirche im Rheinland zu diesem Thema seine Gedanken gemacht hat. Er bestätigt gleich zum Beginn seiner Ausführungen, dass nur wenige Menschen wissen, dass es die Beichte auch in der evangelischen Kirche gibt.
Pfarrer Ralf Streppel berichtet über seine persönlichen Erfahrungen in Geldern. In der evangelischen Kirche gibt es nicht, wie in der katholischen, einen Beichtstuhl. „Ich ziehe mich mit dem Beichtenden in einen Raum zurück, von dem aus niemand unser Gespräch mitbekommen kann“, erzählt der Pfarrer von den relativ wenigen Beichten in seiner Gemeinde. Er verweist in diesem Zusammenhang von der Einzelbeichte auf das gemeinschaftliche Bekennen der Sünden im Gottesdienst. So sei der Satz in den Fürbitten „Herr, erbarme Dich unser“ oder im Vater unsere mit dem Satz „Vergib uns unsere Schuld“ eine Art des gemeinsamen Schuldbekenntnisses.
Für die Einzelbeichte gibt es, wie der Gelderner Pfarrer erklärt, in der evangelischen Kirche auch einen konkreten Ablaufplan mit zwei Stücken: das Bekenntnis der Sünden und der Zuspruch der Vergebung im Namen des Dreieinigen Gottes.
Dass die Beichte in der evangelischen Kirche eine konkrete Geschichte hat, beweist Heiner Mausehund mit einem Zitat von Martin Luther, der dieses vertrauliche Gespräch als „allerheilsamstes Ding“ bezeichnet habe. Luther habe die Beichte nicht zu den Sakramenten gezählt, sie jedoch sehr geschätzt. In seinem kleinen Katechismus habe er auf die Frage Was ist die Beichte? geantwortet: „Die Beichte begreift zwei Stücke in sich: eins, dass man die Sünden bekenne, das andere, dass man die Absolution oder Vergebung vom Beichter empfange als von Gott selbst und ja nicht daran zweifle, sondern glaube, die Sünden seien dadurch vergeben vor Gott im Himmel.“ Mausehund erinnert auch daran, dass es weder eine Geschichte, noch ein kirchliches Gesetz gebe, das die Einzelbeichte als verbindlich und notwendig vorschreibe. Die Beichte sei grundlegend freiwillig.
- /STEFAN KRIEGEL Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.223 Datum: Freitag, den 24. September 2010 Seite: Nr.23
Rheinische Post am 6. August 2010 
Ein Kreuz, das übrig blieb Die Heilig-Geist-Kirche in Geldern wurde in ihrer Geschichte mehrmals zerstört, zuletzt 1945. Aus der Vorkriegszeit ist nur wenig erhalten geblieben, etwa ein altes Holzkreuz. VON MARCO BÜREN
GELDERN Die Heilig-Geist-Kirche in Geldern und ihre Vorgängerbauten haben eine bewegte Geschichte voller Zerstörungen hinter sich. Um 1415 entsteht die erste Heilig-Geist-Kapelle als Hospitals-Kapelle. 1530 wird diese bei einem Stadtbrand das erste Mal zerstört, 1735 bei der Explosion des Pulverturms ein zweites Mal.
Dazwischen ruht die Gemeinde nicht: Mal fördern die niederländischen Generalstaaten den Protestantismus, dann stellen spanische Besatzer die alten Verhältnisse wieder her, bei denen die St.-Maria-Magdalena-Kirche wieder an die katholische Gemeinde geht. 1945 wird die Kirche dann ein drittes Mal durch Fliegerbomben zerstört. „Damals sind kaum mehr als die Grundmauern übrig geblieben“, weiß Pfarrer Ralf Streppel, der seit 2000 Pfarrer in Geldern ist, aus den Chroniken.
Sein damaliger Vorgänger zu Kriegszeiten war Hanns Echternacht. Ihm ist es zu verdanken, dass wenigstens kleine Teile des Kircheninventars gerettet wurden. Dazu gehört das Holzkreuz für den Abendmahls-Tisch, welches Besucher der Kirche im Fenster links neben dem Altar sehen können. Andere Besonderheiten der Kirche stammen aus der Zeit nach 1945.
1952 wurde das Gotteshaus wieder eingeweiht sowie 1972 und 73 aufwändig renoviert. „Aus dieser Zeit sind auch die Fenster, die ich persönlich für besonders gelungen und schön halte“, sagt Pfarrer Streppel. Das Hauptfenster oberhalb des Altars fällt als erstes in den Blick. In ihm findet sich, wie es zum Namen der Kirche passt, eine Darstellung des Heiligen Geistes.
Eine weitere Besonderheit der Kirche ist ihr Grundriss, der fast quadratisch ist. Er wurde beim Wiederaufbau 1740 so gewählt, als die Heilig-Geist-Kirche im preußischen Barock wieder neu errichtet wurde und zunächst als Garnisonskirche diente. Architektonisch ist auch die Laterne auf dem Kirchengebäude interessant. In ihr befinden sich 24 Glocken, die dreimal am Tag, morgens, mittags und abends, läuten.
Auf der Laterne findet sich als Wetterfähnchen ein Geusendaniel, eine Darstellung eines Engels mit Posaune, der in Anlehnung an die um Freiheit kämpfenden, reformierten Niederländer im 80-jährigen Krieg zum Symbol der evangelischen Christen am Niederrhein geworden ist. So befindet sich der Engel unter anderem auch auf den evangelischen Kirchen in Issum, Sonsbeck, Pfalzdorf und Goch.
- /MARCO BÜREN
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.181 Datum: Freitag, den 06. August 2010 Seite: Nr.17
Rheinische Post am 29.1.2010

. Über den Tellerrand blicken Interview Pfarrer Streppel über den Projekttag der Gelderner Konfirmanden. Die Gelderner Konfirmanden stellen sich am Sonntag, 31. Januar, ab 11 Uhr während eines Gottesdienstes den Mitgliedern der evangelischen Kirchengemeinde Geldern vor. Zur Vorbereitung findet morgen ab 10 Uhr ein Projekttag statt. Über diesen Tag sprach RP-Redakteur Stefan Kriegel mit Ralf Streppel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Geldern.
Wie lange gibt es diesen Tage schon? Ralf Streppel Seit etlichen Jahren findet die Konfirmandenarbeit in der Kirchengemeinde Geldern - wie auch in zahlreichen anderen Gemeinden des Kirchenkreises - nicht nur an einem regelmäßigen Wochentag, sondern auch an bestimmten Projekttagen, meistens am Wochenende, statt. Welchen Hintergrund gibt es dafür? Streppel Dadurch ist die Möglichkeit gegeben, ein Thema zusammenhängend und über mehrere Stunden zu bearbeiten. Zudem können wir unterschiedliche Arbeitsformen anbieten und auch Referenten von außerhalb dazu einladen. Die vergangenen Konfirmandenjahrgänge haben zum Beispiel das Thema „Tod und Leben“ immer an einem Projekttag aufgegriffen, weil so auch ein Friedhofsbesuch oder eine themenbezogene andere Aktion inklusive Vor- und Nachgespräch möglich ist.
Welche Bedeutung hat dieser Tag für die Konfirmanden? Streppel Die Jugendlichen sagen natürlich im Vorfeld oft: „Was, den ganzen Samstag müssen wir da jetzt kommen?“ Aber wenn so ein Projekttag dann „überstanden“ ist, kommt doch meistens als Rückmeldung, dass es Spass gemacht hat, den Tag in einer Gruppe zu verbringen und ein Thema von verschiedenen Seiten zu beleuchten. Beim Thema „Taufe“ haben Konfirmanden auch schon einmal den Gottesdienst für ihre noch nicht getauften Mitkonfirmanden vorbereitet.
Was wird den Konfirmanden geboten? Streppel Dann gibt es bei einem Projekttag in der Regel auch immer ein Mittagessen, oft von einer Konfirmandengruppe vorbereitet. Und in einer Gruppe von 50 bis 60 Jugendlichen gemeinsam zu essen kann auch ein besonderes Erlebnis sein.
Wie sieht ein solcher Tag genau aus? Streppel Der aktuelle Projekttag steht unter dem Thema „Das Haus, in dem wir leben“ und beschäftigt sich mit Indonesien. Der Kirchenkreis Kleve unterhält seit mehr als 25 Jahren eine Partnerschaft zum Kirchenkreis Silindung auf Sumatra, und der kommende Sonntag ist der Partnerschaftssonntag in unseren Gemeinden. Wir werden uns, in verschieden Gruppen aufgeteilt, Informationen erarbeiten über Indonesien, speziell auch über unsere Partnerschaft, indonesisch kochen und traditionelle Kleidung kennen lernen. Im Haus, in dem wir leben, in unserer einen Welt müssen wir auch über den Tellerand hinausschauen.
Bekommen Sie dafür Unterstützung? Streppel Ohne die Mithilfe zahlreicher Ehrenamtlicher wäre dieser Projekttag nicht möglich. Zudem kommen zwei Mitarbeitende des Gemeindedienst für Mission und Ökumene aus Krefeld dazu, die sich in diesen weltweiten Bezügen gut auskennen. Alle Ergebnisse dieses Projekttages werdenam Sonntag ab 11 Uhr im Gottesdienst der Gemeinde präsentiert. Auch der Eine-Welt-Laden wird dann dabei sein.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.24 Datum: Freitag, den 29. Januar 2010 Seite: Nr.17
Rheinische Post am 29.1.2010 . 
GELDERN (list) Mit „Geldern im Wandel der letzten Jahrzehnte“ war der Vortrag im Rahmen der Erwachsenenbildung in der evangelischen Kirchengemeinde überschrieben. Pfarrer Ralf Streppel begrüßte über 30 Interessierte. Mehrere Buchveröffentlichungen für den Historischen Verein für Geldern und Umgebung sowie das persönliche Interesse für seine Stadt haben Heinz Bosch auch zum Experten für Veränderungen im Stadtbild gemacht. Für seinen Vortrag hatte er sich mit über 100 Dias aus der Innenstadt gut vorbereitet. Damit löste er nicht nur Aha-Effekte, sondern zum Teil auch sichtliches Erstaunen bei den Zuschauern aus.
Nicht etwa nach dem Zweiten Weltkrieg, als das Stadtzentrum zu 80 Prozent zerstört war, hat es die letzte Verwandlung gegeben: „Was danach an bauwerter Substanz verschwunden ist, steht den Verlusten im Krieg keineswegs nach“, meinte Bosch und ergänzte: „Vieles ist glänzend daneben gegangen“. Der visuelle Rundgang begann an der Bücherei, schon damals die Borromäus-Bücherei. Manche erinnerten sich noch an Peter van de Locht, das zweitgrößte Textilgeschäft, dessen „Ehrenbögen“ (benannt nach Architekt Ehren) das Geschäftshaus zierten. Viele Bilder (auch Luftaufnahmen) zeigte Heinz Bosch vom alten Krankenhaus und der Kapuzinerkirche. „Das ist schon eine traurige Geschichte, ein übles Geschäft“, bedauerte er den Kirchenverkauf. Neben den Bausünden gab es mit den „Marterpfählen“ auf dem Markt 1990 die Kunstsünde: „Etwa zehn Jahre haben sie den Unmut der Bürger erregt“, meinte Bosch. Heute fristen sie ihr Dasein im Park der Stadtverwaltung. Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.24 Datum: Freitag, den 29. Januar 2010 Seite: Nr.16
Rheinische Post am 22.1.2010„Missionarisch Volkskirche sein“Ein neues Leitmotiv der evangelischen Landeskirche.Kreis Kleve An der jüngsten Landessynode der evangelischen Kirche im Rheinland nahmen auch Vertreter aus dem Kirchenkreis Kleve teil. Das neue Leitmotiv der Landeskirche heißt „Missionarisch Volkskirche sein“. Über dieses Leitwort und die Auswirkungen der Ergebnisse der Kirchenzusammenkunft sprach RP-Redaktionsmitglied Guido Schwartges mit Superintendent Hans Joachim Wefers. Was bedeutet das Leitmotiv von der „Missionarischen Volkskirche“ konkret für den Kirchenkreis Kleve? Hans-JoachimWefers: Das wird man sehen müssen. Es ist erst einmal eine Leitlinie für die Landeskirche. Jetzt ist die Frage, wie die einzelnen Kirchenkreis die Beschlüsse umsetzen. Wie wir das im Kirchenkreis Kleve machen, soll auf der Sommersynode beraten werden. Wir werden es auf jeden Fall aufgreifen und ausreichend würdigen, weil ich es beachtlich finde.
Was steht so konkret in den Beschlüssen drin? Wefers: Dass wir uns als „Missionarische Volkskirche“ verstehen. Bisher ist das meist gegenläufig verstanden worden. In der Volkskirche ist man schon durch die Taufe Mitglied, unabhängig davon, wie man sich beteiligt. Während sich die missionarische Kirche durch einen festen Glauben ausgezeichnet hat. In der Vergangenheit haben sich beide Richtungen gegenseitig belächelt, jetzt werden sie zusammengebunden. Kirchenmitglieder sollen sagen lernen, was sie glauben - das missionarische Element in die Volkskirche hineintragen. Aber es geht nicht um ein eng geführtes Missionsverständnis, das auch zu Intoleranz führen könnte.
Der Wegfall von Stellen in der hauptamtlichen Jugendarbeit war auch Thema der Landessynode. Wie sieht’s im Kirchenkreis aus? Wefers: Wir haben noch einen Jugendreferenten, aber in den letzten Jahren sind in den Gemeinden in der hauptamtlichen Jugendarbeit Stellen zurückgefahren oder gekürzt worden. Es muss dazu Überlegungen geben, sie nicht weiter zurück zu fahren. Gemeinden könnten überlegen, sich zusammen zu schließen, um einen gemeinsamen Jugendbetreuer zu finanzieren. Es könnte auch auf Ebene des Kirchenkreises ein gemeinsamer Pool gebildet werden, der die Arbeit in bestimmten Teilen des Kreises übernimmt. Aber es gibt noch kein Konzept dazu. Es soll auf jeden Fall nicht dazu kommen, dass wir keine hauptamtliche Jugendarbeit mehr haben. Jugendliche sind ein bedeutendes Stück Zukunft der Kirche. Das Kümmern um sie ist aber auch gesellschaftliche Aufgabe, um den Folgen des Nicht-Kümmerns vorzubeugen.

Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.18 Datum: Freitag, den 22. Januar 2010 Seite: Nr.17
Rheinische Post 19.1.2010
Imposantes Klangerlebnis beim Neujahrskonzert in Geldern VON JULIA GRAUEL
GELDERN Die Organistin und Kantorin Jeehyun Park spielte beim Neujahrsorgelkonzert in der Gelderner Heilig-Geist Kirche Toccata, eine der ältesten Bezeichnungen für Instrumentalstücke. Diese Instrumentalstücke sind meistens von freier musikalischer Struktur, haben den Charakter einer ausgeschriebenen Struktur und wechseln meist zwischen schnellen Passagen in kurzen Notenwerten und vollstimmigen Akkorden.
Nachdem Pfarrer Ralf Streppel allen Zuhörern „ein Konzert, das berührt und uns auf das neue Jahr einstimmt“ wünschte, begann die Koreanerin mit „Toccata in F-Dur“ von Dietrich Buxthehude. Absolut meisterlich in Klangfülle war dieser Auftakt an der Eule-Orgel. Eine äußerst bekannte Melodie folgte dann, als Park die „Toccata in d- moll“ von Johann Sebastian Bach (BWV 565) interpretierte. Die Zuhörer, die manchmal voller Entspannung die Augen geschlossen hatten, konnten fröhliche, heitere und ruhige Passagen, die an das Plätschern eines Baches erinnerten, erleben. Aber auch laute, energiegeladene Stellen eines Stückes durften nicht fehlen, denn auch diese sind typisch für das Orgelspiel. Talent gefordert
Die Stücke von Enjott Schneider forderten das ganze Talent der Organistin an ihrem Instrument. Beispielsweise beim „Ataccot“, Bachs „Toccata in d-moll“ in retrograder Version, ließen sich meisterhafte Klänge der Orgel vernehmen, die Parks Artikulationskunst offenbarten. Auch bei dem eher besinnlichen Stück „Allein Gott in der Höh‘ sei Ehr“ stellte Jeehyun Park ihre Kunst unter Beweis.
Park, die seit Anfang 2008 in Geldern für die Kirchenmusik zuständig und auch Mutter einer kleinen Tochter ist, überzeugte die Gläubigen in der Kirche und bereitete ihnen ein imposantes Klangerlebnis.
- /JULIA GRAUEL
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.15 Datum: Dienstag, den 19. Januar 2010 Seite: Nr.17
Rheinische Post 1.12.2009 
Drei Chöre in der Heilig-Geist-Kirche GELDERN (j-g) Viele Besucher ließen sich beim Konzert in der Heilig- Geist-Kirche in festliche Stimmung versetzen. Pfarrer Ralf Streppel wünschte allen eine besinnliche Stunde im Gotteshaus und eine gesegnete Adventszeit. Den musikalischen Anfang machten die Herren vom Quartett-Verein „Sängerlust“. Sie traten mit den Stücken „Sancta Maria“, dem nachdenklich stimmenden „Die Rose“ und „Lu Leise“ auf. Der Gesangsverein „Deutscher Liederkranz“ Aldekerk interpretierte das bekannte, alte Adventlied „Maria durch ein Dornwald ging“, „Tröstet mein Volk“ und „O, du gnadenreiche Zeit“. Höhepunkt des Konzerts war sicherlich der Auftritt aller drei mitwirkenden Gesangsvereine. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Lothar Hackstein wurden die Stücke „Ich bete an die Macht der Liebe“ und „Frieden“ vorgeführt. Das Konzert fand den Beifall des Publikums. „Die Atmosphäre hier in der Kirche ist wunderbar ruhig, es hat mir gut gefallen“, urteilte zum Beispiel Trude Gravendyck aus Veert.Auch der Männergesangsverein „Concordia“ Straelen war nach Geldern gekommen, um dort unter anderem „Ave Maria“, „Kum ba yah, my Lord“ und „Otsje Nais“, das russische Vater Unser, vorzutragen. Aber nicht nur Gesang bot das Konzert. Günther Servaes vom Quartett-Verein „Sängerlust“ trug eine weihnachtliche Geschichte vor. Danach wurde es jedoch wieder musikalisch. Nachdem die „Sängerlust“ die Stücke „Tebjé pojem“ und „Heut‘ ist ein Tag der Freunde“ präsentiert hatte, wurde es etwas enger am Altar. Zum einen standen der Quartett-Verein „Sängerlust“ und der „Deutsche Liederkranz“ Aldekerk gemeinsam auf der Bühne, zum anderen die „Sängerlust“ und „Concordia“ Straelen. Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.280 Datum: Dienstag, den 01. Dezember 2009 Seite: Nr.17
Rheinische Post 30.10.2009
„Gottes Liebe anvertrauen“ Vor dem Reformationstag spricht Pfarrer Ralf Streppel über Tradition und Bedeutung des kirchlichen Feiertages.
Geldern Vor dem Reformationstag, der morgen begangen wird, sprach RP-Redakteur Stefan Kriegel mit Ralf Streppel, Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde Geldern.
Wie ist der Reformationstag entstanden?
RalfStreppel Am 31. Oktober gedenken wir als evangelische Christen der Reformation, seit 2007 zeitlich eingebunden in die Luther- oder besser Reformationsdekade - von 2007 an noch zehn Jahre bis zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation in 2017.
Was ist der Ursprung der Reformation?
Streppel Der Tradition nach hat der Mönch und Theologie-Professor Martin Luther am Tag vor Allerheiligen 1517 seine 95 Thesen zu Ablass und Buße an die Tür der Wittenberger Schlosskirche angeschlagen. Luther lud auf diese Weise die Gelehrten seiner Zeit zu einer theologischen Auseinandersetzung ein.
Was stand in Luthers Thesen?
Streppel In seinen Sätzen kritisierte er die damalige Auffassung, dass der Mensch nur durch gute Werke und die Zahlung von Ablass von der Sünde erlöst werden könne. Durch das intensive Studium der Bibel war ihm erneut deutlich geworden, dass dies bereits durch Jesu Tod am Kreuz geschehen ist. Diese Einladung zur Diskussion war gleichzeitig der Beginn der Reformation. Schon im 16. Jahrhundert fanden erste Reformationsfeiern statt. Zuerst hatte man Luthers Geburts- oder Sterbetag als Datum genommen, bis dann auf kurfürstliche Anordnung hin ab Mitte des 17. Jahrhunderts der 31.Oktober sich in den meisten Ländern etablierte.
Welche Bedeutung hat der Reformationstag für evangelische Christen?
Streppel Das ist sicherlich persönlich sehr verschieden. Aber eine große Linie sehe ich darin, dass der Reformationstag neben dem geschichtlichen Akzent vor allem an entscheidende Grundlagen der evangelischen Konfession erinnert: Luthers Entdeckung von der „Rechtfertigung des Sünders“.
Was bedeutet das?
Streppel Wir dürfen uns Gottes Liebe und Barmherzigkeit anvertrauen, und müssen sie uns nicht durch eigene Taten verdienen. Der einzelne Mensch ist in den Blick gekommen, sein Glaube, sein Gewissen, seine Mündigkeit. Und wenn ich nicht zuerst etwas leisten oder verdienen muss, bevor ich vor Gott „etwas gelte“, dann verleiht mir das - und allen anderen natürlich auch - einen mir eigenen Wert. Das ist immer wieder deutlich zu hören, wo heute Menschengruppen unserer Gesellschaft - manchmal auch gezielt - klein geredet werden sollen oder ihnen signalisiert wird, dass man sie eigentlich gar nicht mehr braucht.
Gibt es noch eine weitere Bedeutung?
Streppel Zuletzt weist Reformation natürlich auch auf ein Geschehen hin, das immer im Gange ist. Als evangelische Gemeinde und Kirche müssen wir immer wieder neu aufbrechen. Und wir können und tun das auch.
Wird der Reformationstag in Geldern mit besonderen Veranstaltungen begangen?
Streppel Vielleicht dies vorweg: Wir weisen den ganzen Oktober schon auf den Reformationstag hin, indem wir unserer Gemeindepost einen Stempel aufdrücken: „Hallo Luther - Reformation feiern - 31.Oktober“. Der gleiche Text mit Luthers Konterfei hängt in dieser Woche auch vor unserem Gemeindezentrum.
Und der Gottesdienst?
Streppel Der verläuft am Samstag um 17 Uhr etwas anders als sonst. Es wird kein Abendmahl-Gottesdienst sein, sondern ein Gottesdienst mit Taufen. Drei Konfirmandinnen und drei Konfirmanden werden getauft. Dies möchten wir verbinden mit Gedanken zur Reformation. Hilfreich soll dabei das Familienwappen Luthers werden, die so genannte „Lutherrose“. Und nach dem Gottesdienst dürfen alle Gottesdienstbesucher einen Griff in die Tüte mit den Lutherbonbons tun. -
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.253 Datum: Freitag, den 30. Oktober 2009 Seite: Nr.17 Rheinische Post 28.10.2009
Starke Frauen in der Kirche Adelheid Wawrzinek vertritt die Evangelische Frauenhilfe im Rheinland. Die Walbeckerin ist für vier Jahre als neue Vorsitzende gewählt worden. VON BIANCA MOKWA WALBECK „ Der Blick hinter die Kulissen ist ein ganz anderer Blickwinkel“, beschreibt Adelheid Wawrzinek die Veränderung in ihrem Leben. Sie ist die neue Vorsitzende der Evangelischen Frauenhilfe im Rheinland (die RP berichtete). Damit ist sie erst die zweite Landesvorsitzende aus dem Kreis Kleve. Mutter war Mitglied Die Arbeit mit und für Frauen ist der 56-Jährigen nicht fremd. Bereits ihre Mutter war 60 Jahre Mitglied in der Evangelischen Frauenhilfe. Durch sie ist sie auf die tätige Hilfe aufmerksam geworden. „Es ist wichtig, einen Halt zu haben“, sagt die Walbeckerin. Die Unterstützung, die sie selber bekommen hat, will sie jetzt weitergeben. „Die Arbeit besteht aus drei Säulen“, erklärt Wawrzinek die Aufgabenbereiche der Frauenhilfe, „aus sozialdiakonischer, gemeindlicher und Bildungsarbeit.“ In der heutigen Zeit wird viel Wert auf die Stärkung der Frau in der Gesellschaft gelegt. Wawrzinek nennt die Unterstützung von Müttergenesungswerken oder die Gewährung von Euco-Krediten in Drittländern. Demnächst steht die Zusammenarbeit mit Dr. Monika Hauser an, die für die Hilfe für Frauen in Krisengebieten den alternativen Nobelpreis bekam. Wer also denkt, dass es sich bei der Frauenhilfe nur um gemütliche Kaffekränzchen handelt, liegt falsch. „Wir sitzen schon in geselliger Runde, aber jeden Monat gibt es ein anderes Thema, das wir behandeln.“ Allerdings droht die Frauenhilfe mit einem Durchschnittsalter von 70 Jahren zu veralten. Die neue Vorsitzende will verstärkt Werbung machen. „Ich hätte ganz gerne jüngere Frauen in der Frauenhilfe“, gibt Wawrzinek einen Ausblick in die Zukunft. Konfessionen waren nie ein Thema. „Da sind wir sehr offen. Unser Kreis wäre sogar für Männer zugänglich“, erklärt die Walbeckerin. Der Mann, der die Treffen regelmäßig unterstützt, ist Pfarrer Ralf Streppel. „Selbstverständlich hat er mir schon gratuliert, und er hat sich auch sehr gefreut.“ Neben ihrem Engagement für die Frauen, ist Wawrzinek seit 2000 auch im Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Geldern. Manchmal schafft sie es sogar, beide Gottesdienste, in Walbeck und in Geldern, zu besuchen. „Der in Walbeck ist um 9.30 Uhr, in Geldern um 11 Uhr. Dieses Jahr haben wir mit der Frauenhilfe beide Gottesdienste zum Miriamsonntag gestaltet.“ Als Vorsitzende im Kreisverband der Frauenhilfe ist sie auch noch Mitglied der Synode, die sich zweimal im Jahr auf Kreisebene trifft. Zum Entspannen greift Wawrzinek in ihrer Freizeit gerne zu einem Buch oder pflegt ihren Garten. Zeit nimmt sie sich auch für ihre Familie und das Enkelkind. Als Vorsitzende für das Rheinland hat sie sich erstmal für vier Jahre zur Verfügung gestellt. Dann sind neue Wahlen angesetzt. /BIANCA MOKWA Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.251 Datum: Mittwoch, den 28. Oktober 2009 Seite: Nr.17 Rheinische Post 19.06.2009
Rheinische Post 24. April 2009
Organist für alle FälleJoachim Erbach vertritt für einige Monate die Organistin der evangelischen Kirchengemeinde Geldern, Jeehyun Park, die in den Mutterschutz geht. Der Hartefelder spielt auch gerne moderne Stücke. VON STEFAN KRIEGEL Musik dient in einem Gotteshaus nicht nur zur Untermalung. Oft steht sie im Mittelpunkt. Deshalb waren die Verantwortlichen, Pfarrer und Presbyter, der evangelischen Kirchengemeinde Geldern froh, vor gut einem Jahr mit Jeehyun Park eine Organistin gefunden zu haben, die mit großem Engagement an ihre Aufgabe heranging und bereits einen neuen Chor ins Leben gerufen hat. Doch die Musikerin geht in diesen Tagen in den Mutterschutz, der voraussichtlich bis Mitte oder Ende August dauern wird. In Joachim Erbach fanden die Gelderner Protestanten einen Ersatz. Der Hartefelder ist der evangelischen Kirche im Gelderland besonders verbunden. Seit vielen Jahren betätigt er sich schon als Presbyter in der Gemeinde. Er schätzt, es seien mittlerweile ungefähr 15 Jahre. Außerdem engagiert sich seine Ehefrau als Küsterin. Das Musizieren wurde dem gebürtigen Velberter praktisch in die Wiege gelegt, denn sein Vater spielte bereits Klavier. Insgesamt etwa acht Jahre Klavier-Unterricht genoss er. Während der Schulzeit und in der Ausbildung zum Groß- und Einzelhandelskaufmann spielte Joachim Erbach zum eigenen Vergnügen. „Vor allem die Songs der Beatles, Beach Boys oder die Stones lagen mir“, berichtet der Hobbymusiker. Nach dem Studium der Betriebswirtschaft in Siegen beziehungsweise Köln bekleidete der heute 62-Jährige mehrere Stellen im BP-Konzern und dessen Tochterfirmen. „Erst als klar wurde, dass ich Niederlassungsleiter für den Konzern in Geldern werden würde, suchten wir in Geldern und Umgebung nach einem Haus und wurden in Hartefeld fündig, wo wir etwas später auch unser heutiges Objekt erwarben“, berichtet der begeisterte Tennisspieler, der sich wie seine Frau (Jugendwartin) im TC Hartfeld als Vorsitzender engagiert. Zu seinem neuen Aufgabengebiet als Organist wird vor allem die Gestaltung der Hartefelder Gottesdienste gehören. „Ich helfe jedoch im Krankheitsfall oder bei Urlauben in Geldern beziehungsweise Walbeck aus“, blickt der Pensionär in die Zukunft. Zu Übungszwecken benutzt er gerne die Orgel in der Gelderner Kirche. Denn die Hartefelder Gottesdienste werden an einer kleinen Orgel in der Aula der Grundschule gestaltet. Das Können von Joachim Erbach ist beispielsweise bereits am kommenden Sonntag von 14 bis 16 Uhr zu erleben, wenn die evangelische Kirche in Geldern wegen des verkaufsoffenen Sonntags geöffnet ist. Um den Übergang vom heimischen Klavier zu einer Kirchenorgel gut bewältigen zu können, hat sich der Hartfelder weitergebildet. Er besuchte beispielsweise Intensivkurse für Orgelspiel bei Professor Krieg in Düsseldorf. Zu seinen Lieblingskomponisten zählt der Organist Händel, Bach und Buxtehude. „Doch bei bestimmten Anlässen baue ich auch gerne mal moderne Musik mit ein“, erzählt der reiselustige Ruheständler. Denn mit seiner Frau fliegt er gerne in ferne Länder. Südamerika, Südafrika, Namibia oder Kanada gehörten unter anderem schon zu seinen Reisezielen. Dass er nicht nur gerne an seinem Klavier daheim oder an der Orgel in der Kirche sitzt, beweist Joachim Erbach durch seine Mitgliedschaft im von Jeehyun Park neu gegründeten Chor. Auch für diese Gemeinschaft hofft der Hartefelder, dass die beliebte Organistin bald in ihren Beruf zurückkehren kann. - /STEFAN KRIEGEL Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.95 Datum: Freitag, den 24. April 2009 Seite: Nr.13 Rheinische Post 17.April 2009
 Pfarrer in Elternzeit Pfarrer Niko Herzner löst ab 1. Juni seine Frau Barbara bei der Betreuung der siebenmonatigen Jamina ab. Damit steht er der evangelischen Kirchengemeinde Geldern für ein Jahr nicht mehr zur Verfügung. VON STEFAN KRIEGEL
Geldern Erstaunlich fand Pfarrer Niko Herzner, dass eine Elternzeit nicht beantragt werden muss. Es handelt sich dabei um ein Recht des Arbeitnehmers und muss dem Arbeitgeber nur angezeigt werden. das war für den Pfarrer zur Anstellung aus Geldern absolutes Neuland.
Der evangelische Geistliche geht am 1. Juni in Elternzeit, die ein Jahr dauern wird. Er unterbricht seine zweijährige Dienstzeit in Geldern damit um ein Jahr, so dass diese Zeit erst Ende September 2010 enden wird. „Es gelingt uns so, auf jeden Fall ein Jahr länger in Geldern zu bleiben, wo wir uns sehr wohl fühlen“, erzählt der 35-Jährige.
Die ersten sieben Monate nach der Geburt hat sich Mutter Barbara um die kleine Jamina gekümmert. Jetzt sehen die Eltern die Zeit gekommen, zu wechseln. „Wir haben den Vorteil, dass wir beide berufstätig sind“, erklärt der Theologe. Seine Frau ist Stationsärztin im Marienhospital in Wesel.
Außerdem seien die finanziellen Anreize, die der Staat einem Interessenten an der Elternzeit gewähre, attraktiver als in vergangenen Jahren. „In meinem Bekanntenkreis gibt es bereits eine Reihe vom Männern, die sich für diesen Schritt entschieden haben, berichtet Herzner, der seine Entscheidung selber als nicht als eine Besonderheit empfindet.
Der Pfarrer zur Anstellung begann seine Tätigkeit im Oktober 2007 in Geldern. Vom Kirchenkreis Kleve wurde er als Ergänzungskraft der evangelischen Kirchengemeinde in der Herzogstadt zugeteilt. „Deshalb ist es auch immer noch offen, was mit mir ab Herbst 2010 passiert“, verdeutlicht der Pfarrer, dem das Gestalten von Gottesdiensten mit Gruppen und Musik besonders am Herzen liegt. Er liebt beispielsweise neue geistliche Musik, spielt selbst Bassgitarre und hat eine Vorliebe für das Skaten.
Doch so ganz wird der Sohn eines Pfarrers, der, als Niko Herzner geboren wurde, in Namibia tätig war, seine seelsorgerische Tätigkeit vermutlich nicht aufgeben. Denn er war zu einer Dreiviertel-Stelle in Geldern und der restlichen Viertel-Stelle in der evangelischen Kirchengemeinde Nieukerk beschäftigt. Jetzt hat er beantragt, wenigstens die zweijährige Betreuung der Konfirmanden noch für ein Jahr fortzusetzen und zu Ende zu führen, um mit ihnen kontinuierlich weiter arbeiten zu können.
Was nach der einjährigen Elternzeit und einer weiteren kurzen Zeit als Pfarrer zur Anstellung in Geldern geschehen wird, kann der Vater , der sich nach dem Abitur eigentlich mehr für Physik und Chemie interessierte, heute noch nicht sagen. Das müsse der Kirchenkreis Kleve entscheiden, dem er zugeteilt ist.
- /STEFAN KRIEGEL
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.89 Datum: Freitag, den 17. April 2009 Seite: Nr.19 . . Niederrhein-Nachrichten 21. Januar 2009 
Gottesdienst mit neuem Kreissynodalvorstand
Am Sonntag, 18. Januar erlebte Pfarrer Hans-Joachim Wefers (2.v.l. vorne) den Gottesdienst in seiner Heimatgemeinde Xanten in neuer Funktion. Offiziell ernannte der Synodalvorstand des Evangelischen Kirchenkreises Kleve ihn zum Superintendanten, nachdem er bereits im Herbst in diese Position gewählt wurde. Pfarrer Wefers hat damit den Vorsitz im Kirchensynodalvorstand inne und vertritt den Kirchenvorstand in der Öffentlichkeit. Ebenfalls neu im Vorstand sind Synodalassessor (Stellvertreter) Pfarrer Robert Arndt aus Goch (r. vorne), Skriba (Schriftführer) Pfarrer Ralf Streppel aus Geldern (Mitte hinten) und der Vierte stellvertretende Synodalälteste Michael Rolle aus Kerken (1.). Wiedergewählt und an ihr Amtsversprechen erinnert wurden der Erste Synodalälteste Ralf Kruse (2.v.r. hinten) und der Vierte Synoldalälteste Siegfried Neumann (2.v.l.hinten). Auf dem Foto sind weiterhin zu sehen der Präses der evangelischen Kirche im Rheinland Nikolaus Schneider (r. vorne) und die Erste stellvertretende Synodalälteste Marina Sänger-Hartnack. NN-Foto:Theo Leie _________________________________________________________________
Bei seinem Weihnachtskonzert ist das Sinfonie-Orchester der Kreismusikschule von den Zuhörern in der Heilig-Geist-Kirche gefeiert worden. Der Applaus steigerte sich von Stück zu Stück.
VON EVA ONKELS Geldern Seit 30 Jahren präsentiert traditionell das Sinfonieorchester der Kreismusikschule Geldern zusammen mit anderen musikalischen Gruppen das Weihnachtskonzert in immer anderen Kirchen in der Umgebung. Auch in diesem Jahr sollte mit der Tradition nicht gebrochen werden und so trafen sich Musiker und Zuhörer in der Heilig-Geist Kirche in Geldern, um 75 Minuten lang den Klängen von Sinfonieorchester, Chor, dem Gitarrenorchester und einem Blockflötenquartett zu lauschen. Das Konzert startet mit der Ouvertüre aus der Feuerwerks-Musik, präsentiert von den Bläsern des Sinfonieorchesters. Es folgten einige beruhigende Stücke von Bach aus dem Gitarrenorchester. Das Sinfonieorchester präsentierte stimmgewaltig Henry Purcells Trumpet Voluntary, es folgte „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Johann Sebastian Bach. Das Blockflötenquartett bot souverän zwei Deutsche Tänze von M. Franck dar. Es folgte ein Mozartblock des Sinfonieorchesters in dem auch der Chor seinen ersten Auftritt absolvierte. Das bekannte Stück „Ave Verum Corpus“ von Mozart begeisterte Jung und Alt im Publikum. Ebenso wurde das Stück „Can You Feel The Love Tonight“ von Elton John aus dem Film „Der König der Löwen“ mit Begeisterung aufgenommen. Viel Applaus bekamen die Solisten des Orchesters Christina Joosten (Klarinettenkonzert A-Dur KV 622 von Mozart), Judith Lammert (Violine), Anne Giepner (Violine) und Jannix Derrix (Cello) bei dem Concerto grosso in D-Dur op. 1 Nr.5 von Pietro Locatelli, wobei Anne Giepner, Lehrerin an der Kreismusikschule, kurzfristig für die erkrankte Nathalie Arndt eingesprungen war. Bei der Ouvertüre in G-Dur aus dem Anthem Nr. 7 von Händel taten sich Alexa von Husen (Violine) und Miriam Tekath (Querflöte) hervor. Beendet wurde das Konzert mit dem furiosen Halleluja aus dem Oratorium „Der Messias“ von Händel. Den Musikern wurde viel Applaus zuteil, so dass das Halleluja wiederholt wurde. Das Publikum verließ sichtlich angetan die Kirche.
- /EVA ONKELS Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.294 Datum: Dienstag, den 16. Dezember 2008 Seite: Nr.19 Rheinische Post 28. November 2008 
Neue Klänge in Geldern
Mit einem Glockenspiel sollen die Gläubigen jetzt jeden Sonntag in den Gottesdienst der Heilig-Geist-Kirche geleitet werden. VON UDO SPELLEKEN GELDERN Ob das Glockenspiel im Turm der Heilig-Geist-Kirche im Sprachgebrauch schon zu den „Carillons“ (Turmglockenspiel) gezählt werden kann oder zum so genannten „Kirchengeläut“ gehört, da wollen sich Pfarrer Ralf Streppel und Jeehyun Park, die Organistin und Kantorin der evangelischen Gemeinde, nicht festlegen. Zu Beginn des neuen Kirchenjahres, am ersten Advent, soll dieses Glockenspiel nun auf Beschluss des Presbyteriums mit dem Wochenlied des liturgischen Kalenders und Variationen jeden Sonntagmorgen zehn Minuten vor dem Gottesdienst die Besucher auf dem Weg zur Kirche begleiten und einstimmen.
Die Glocken sind derzeit dreimal täglich um 7.30, 12.30 und um 18.30 Uhr im zweitägigen Wechsel mit verschiedenen Kirchenliedern und Chorälen, die den Jahreszeiten angepasst sind, zu hören. „Sie sollen werktags die Hektik des Alltags unterbrechen, aufmerksam machen und uns helfen, am Sonntag den Ruhetag wahrzunehmen und zum Gebet rufen,“ erläutert Pfarrer Streppel.
Der Gebrauch von Glocken in christlicher Tradition begann bereits in den altchristlichen Mönchsgemeinden. Die frühen Klöster benutzten Glocken als Zeitzeichen und Gebetsruf. Über die iro-schottischen Missionare gelangten Glocken im 6. Jahrhundert als Zeichen der Kirche und der Verkündigung des Evangeliums nach Deutschland und fanden Verbreitung als Zeitansage sowohl für das geistliche wie für das weltliche Leben. Mittelalterliche Handschriften oder Fresken zeigen bereits aus mehreren Glocken bestehende Glockenspiele. Die Abbildungen stellen meist Glöckner dar, die mit einem Hammer eine Glockenreihe anschlagen. Diese einfache Glockenspielkunst birgt schon den Grundgedanken der heutigen Glockenmusik, die elektromagnetisch arbeitet.Bereits am 17. Juni 1956 wurde das von der Osnabrücker Firma Eduard Korting gefertigte Glockenspiel eingeweiht. Es besteht aus 24 chromatisch gestimmten Bronzeglocken, die mit einer Handspieleinrichtung verbunden sind. Über die Tasten einer Klaviatur werden durch den Spieler die Glocken betätigt oder mechanisch durch eine Walze mit papiernem Lochstreifen, auf dem die Lieder niedergelegt sind, und eine elektrische Steuerung bespielt.
Der wachsende Reichtum, aber auch das Bürgerbewusstsein erhöhten die Zahl der Glocken in den Türmen und damit die kunstvolle Ausweitung der Melodien. In Holland und im flämischen Raum haben Glockenspiele eine lange Tradition. In unserer Region sind sie eher selten anzutreffen. Umso erfreulicher ist es, dass dieser mehr als 50-jährige Brauch nun mit sonntäglichen Chorälen bereichert wird.
- /UDO SPELLEKEN Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.279 Datum: Freitag, den 28. November 2008 Seite: Nr.22
Rheinische Post 28. November 2008 Die Lotsen für Eltern
In der Stadt Geldern sind die ersten beiden Familienzentren zertifiziert worden. In der Innenstadt und in Walbeck bilden jeweils zwei Kindertagesstätten kleine Verbünde. 
GELDERN Pfarrer Ralf Streppel ist freudig überrascht. „Das hat ja ganz schnell noch in diesem Jahr geklappt“, sagt der evangelische Geistliche über eine Premiere im Kirchenkreis Kleve. Als erste der sieben evangelischen Kindertagesstätten ist die „Arche Noah“ an der Bogenstraße als Familienzentrum zertifiziert worden. Gemeinsam mit der städtischen Kindertagesstätte Uhlandstraße ist sie das Familienzentrum „Havelring“. Außerdem gibt es in Walbeck ein Familienzentrum, das von den städtischen Kindertagesstätten Steprather Weg und Eskenspfad gebildet wird. Lauferei ersparen
„Wir wollen als Familienzentrum die Eltern mit zusätzlichen Angeboten bei ihrer Erziehungsaufgabe unterstützen“, erklärte „Arche Noah“- Leiterin Silke Mogritz. Vor allem soll den Vätern und Müttern Lauferei erspart werden, wenn es zum Beispiel darum geht, Plätze für die Kindertagespflege zu finden. Laut Jugendamtsleiter Helmut Holla sollen die Familienzentren Anlaufstelle sein. „Sie sollen den Blick öffnen auf die Angebote in der Stadt“, ergänzt Bürgermeister Ulrich Janssen. Dafür bilden sich die Erzieherinnen weiter, um sich innerhalb des Teams auf Teilbereiche zu spezialisieren. Janssen gratulierte gestern während der Pressekonferenz in der „Arche Noah“ zu Plakette und Urkunde. „Dahinter steckt viel Arbeit“, verwies er auf das aufwändige Zertifizierungsverfahren, in dessen Verlauf unter anderem ein 38-seitiger Fragebogen ausgefüllt werden musste. Die ursprüngliche Idee eines städtischen Gesamtverbunds sei beim Familienministerium in Düsseldorf nicht auf Gegenliebe gestoßen. Deshalb gibt es jetzt die kleinen Verbünde. Netzwerk der Experten Nicht zuletzt geht es darum, für die Eltern die Lotsenfunktion in das Netzwerk der Experten zu übernehmen. Deren informelle Zusammenarbeit wird von Nicola Jockwer, der Leiterin des Jugendzentrums „Check point“, in einer Lenkungsgruppe koordiniert. Dorthin beispielsweise können sich Hilfesuchend ebenfalls wenden. „Niederschwellig, anonym, kein Gang zum Amt“, fasst Jockwer die Vorteile der Vernetzung zusammen. Zu den festen Kooperationspartnern zählen unter anderem die Erziehungsberatung der Caritas, die Diakonie, die VHS, die Familienbildungsstätte und Kinderärzte. Die Grundschulen sollen noch mit ins Boot geholt werden. Den Namen „Havelring“ trägt das neue Familienzentrum übrigens nicht ohne Grund. „Auch Eltern aus dem Wohngebiet außerhalb unserer beiden Einrichtungen können unsere Angebote wahrnehmen“, betont Kerstin Leuchten, die Leiterin der Kindertagesstätte an der Uhlandstraße. INFOFinanzierung Für das Einbinden der Kooperationspartner stellt das Land NRW pro Familienzentrum jährlich 12 000 Euro bereit. Planung Die Landesplanung sieht für Geldern sechs Familienzentren vor. Reihenfolge Das nächste Familienzentrum soll in Veert am Rodenbusch eingerichtet werden. Anträge haben auch die Kolping-Kindertagesstätte, der Michael-Kindergarten und die Kindertagesstätte im Barbaragebiet gestellt. Rheinische Post 31. Oktober 2008 
Mehr Licht für Protestanten. Die evangelische Kirchengemeinde Geldern baut für rund 200000 Euro das Gemeindezentrum an der Heilig-Geist-Gasse um. Vor allem durch ein großes Foyer wird es heller und offener.VON STEFAN KRIEGELGeldern Heute ist Reformationstag, der bedeutendste Feiertag der Protestanten. Die evangelischen Christen in Geldern reformieren in diesen Tagen nicht gerade im Sinne Martin Luthers. Aber sie renovieren und verändern. Auch das sei eine Art Reformation im kleinen Ausmaß, sind sich Ralf Streppel, Pfarrer in der evangelischen Kirchengemeinde Geldern, und Kirchmeister Udo Spelleken einig.Treu dem Slogan von Pfarrer Streppel „Evangelisch in Geldern“, den er bereits vor acht Jahren, als er in die Herzogstadt kam, verkündete, will sich nun die Kirchengemeinde durch eine umfassende Baumaßnahme öffnen. Objekt ist das Gemeindezentrum an der Heilig-Geist-Gasse, das nach Meinung der beiden Verantwortlichen bisher sehr verschlossen wirkt. Es soll insgesamt heller und offener gestaltet werden.Die Bauarbeiten begannen bereist nach den Sommerferien mit den Teilen im Inneren des Gebäudes, die keine Baugenehmigung bedurften. Dazu gehörte unter anderem der Gemeindesaal. Dort musste unter anderem das Podest abgerissen werden, weil auch Tische und Stühle anders gelagert werden. Der Saal und andere Bereiche des Hauses bekommen außerdem eine komplett neue Elektrik und Vorkehrungen, um die Akustik zu verbessern.Auch die Toilettenanlagen werden verlegt. Die neuen Frauentoiletten kommen in den Keller, die der Herren ins Erdgeschoss. Die fünf Fenster zur Heilig-Geist-Gasse hin werden bis zum Boden vergrößert, wobei drei der Fenster auch als Türen zu öffnen sein werden. Mittlerweile liegt auch die Genehmigung des Bauantrags vor, so dass fast ausschließlich heimische Firmen mit dem Anbau beginnen können. Es wird ein etwa 25 Quadratmeter großes Foyer, das nach außen hin dokumentieren soll, wie offen die evangelische Kirche ist. Dieser zusätzliche Raum könnte beispielsweise als kleines Steh-Café genutzt werden. Da die Arbeiten vom Ausmaß her überschaubar sind, rechnen die Planer mit Fertigstellung der gesamten Baumaßnahmen bis zum 1. Advent, dem Sonntag, 30.November.Die Verantwortlichen beziffern die Gesamtkosten auf etwa 200000Euro. Darin sind Planung, Ausführung und Ausstattung enthalten. „Dafür haben wir in den vergangenen Jahren auch Rücklagen gebildet“, blickt Spelleken auf eine gesunde Finanzierung. „Ich kann mich auch nicht erinnern, dass wir in den vergangenen Jahren überhaupt in dieser Art finanziell etwas unternommen haben“, fügt Pfarrer Streppel hinzu und begründet so die aktuell große Investitionsmaßnahme. Ein Gottesdienst zum Reformationstag beginnt heute um 19 Uhr. Der Abendmahlsgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche wird unter anderem von der Kantorei und dem Bläserkreis mitgestaltet.- /STEFAN KRIEGEL Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.255 Datum: Freitag, den 31. Oktober 2008 Seite: Nr.19
Die evangelische Kirche in Düsseldorf hat zu einer Qualitätsoffensive für Gottesdienste aufgerufen. Die Pfarrer im Gelderland stützen sich eher auf bereits bestehende Fortbildungsprogramme. VON STEFAN GILSBACH Geldern „Man darf über alles predigen – nur nicht über 15 Minuten“, lautet eine oft zitierte Faustregel für Geistliche. Rolf Krebber, evangelischer Pfarrer in Straelen, hält von solchen Weisheiten wenig. Den Wert einer Predigt, meint er, könne man nicht an der Kürze festmachen. „Es kommt auf den Inhalt an.“ Wenn dieser fesselnd sei, dann sei die Länge nebensächlich.Regeln und Vorgaben für Predigten spielen jedoch zurzeit in den evangelischen Gemeinden Düsseldorfs eine große Rolle. Dort führt die Kirche eine „Qualitätsoffensive“ für Gottesdienste durch. Dazu zählt auch, dass man die Predigtkunst der rund 108 Pfarrer in der Landeshauptstadt kritisch überprüft. Lebendig und anschaulich sollen die Ansprachen sein, nicht abstrakt und heruntergeleiert. Es gibt Förderprogramme In Geldern gebe es eine solche Qualitätsoffensive nicht, berichtet Pfarrer Ralf Streppel, auch Vorsitzender des Presbyteriums der evangelischen Kirchengemeinde Geldern. Er verweist jedoch in diesem Zusammenhang auf Föderprogramme, die den Pfarrern regelmäßig angeboten würden. „Das bezieht sich aber nicht auf Rhetorik, sondern auf andere Themen der Weiterbildung, zum Beispiel Gemeindeführung oder Seelsorge“, fügt der Gelderner hinzu. Die Teilnahme an der Fortbildung werde gerne gesehen, sei aber nicht zwingend vorgeschrieben. Die Angebote würden jedoch im Kollegenkreis immer wieder besprochen.ssf Direkte Resonanz auf die Predigten bekommen die Gelderner Pfarrer natürlich nach den Gottesdiensten von den Gemeindegliedern, positive und negative Doch Streppel habe noch nie gehört, dass jemand den Gottesdienstbesuch von einer Predigt abhängig gemacht habe. „Da spielen viele Faktoren eine Rolle, die den Eindruck einer Predigt vermitteln“, erklärt der Pfarrer weiter. Natürlich müssten neben der Rhetorik vor allem auch die Inhalte berücksichtigt werden, die nicht immer unbedingt jedem Gläubigen gefallen. "Zeit für bessere Pfarrer" Amtskollege Rolf Krebber glaubt nicht, dass eine Qualitätsoffensive am Niederrhein durchgeführt wird: „Das ist schwer vorstellbar. Entweder machen wir es gut oder nicht.“ Krebber hat seine eigene Methode, eine Predigt vorzubereiten. Er schreibt sie in der Regel komplett aus. „Danach bin ich in der Lage, sie relativ frei zu halten.“ Da er die gleiche Predigt zudem in llemehreren Kirchen halte, präge sie sich von Mal zu Mal besser ein.
Ausgabe Kevelaer
Kevelaer „Man darf über alles predigen, nur nicht über 15 Minuten“ - diese oft zitierte Regel für Prediger könnte Christa Wolters unterschreiben. „Die Länge der Predigten ist im Vergleich zu früher viel kürzer geworden“, sagt die Pfarrerin, die in der Evangelischen Gemeinde Kevelaer für Winnekendonk und Wetten zuständig ist.
Regeln und Vorgaben für Predigten spielen zurzeit in den evangelischen Gemeinden Düsseldorfs eine große Rolle. Dort führt die Kirche eine „Qualitätsoffensive“ für Gottesdienste durch. Dazu zählt auch, dass man die Predigtkunst der rund 108 Pfarrer in der Landeshauptstadt kritisch überprüft. Lebendig und anschaulich sollen die Ansprachen sein, nicht abstrakt und heruntergeleiert.
„Bisher hatte ich von dieser Offensive nichts gehört“, bekennt Wolters. „Aber was in Düsseldorf passiert, das kommt vermutlich auch irgendwann hierher.“ Sie persönlich hält einen solchen Pfarrer-TÜV für problematisch. „Wir haben schließlich alle zwei Examen hinter uns und sind im Predigen bis zum Geht-nicht-mehr geschult worden.“ Zum anderen biete die Landeskirche regelmäßig Fortbildungen an, auch zum Thema Predigt.
Wie ein Pfarrer predige, habe nicht zuletzt mit seiner Persönlichkeit zu tun, meint Wolters. „Manche sind natürlich Naturbegabungen. Aber ein Pfarrer sollte immer authentisch sein.“ Sie selber schreibe pro Monat vier bis fünf Predigten. Dabei hält sie sich an Bibelstellen, an Festtage, aber auch ans Tagesgeschehen. Es gilt, die Balance zwischen dem bloßen Ablesen und dem freien Sprechen zu finden. „Wer sich bloß Stichworte notiert, der gerät leicht ins Plaudern“, weiß sie. Dann werde die Predigt zu lang. Manchmal trage sie eine Ansprache auch im Familienkreis vor und frage nach der Wirkung.
Auch Wolfgang Willnauer-Rosseck hat in seinen ersten Jahren als Geistlicher seine Predigten geprobt. Und bei heiklen Anlässen, etwa bei einer Beerdigung, halte er es immer noch so. „Ich predige ausgesprochen gern“, bekennt der Pfarrer für Kevelaer-Stadt. Die Düsseldorfer Qualitätsoffensive hält er für ein lokales Phänomen. „Bei uns gibt es da keine breite Diskussion.“ Natürlich gebe es Regeln, an die man sich als Prediger halten könne: „Der Anfang sollte etwas mit dem Schluss zu tun haben.“ Sein Predigtlehrer habe ihm empfohlen, möglichst den Indikativ, nicht den Konjunktiv zu verwenden. Seiner Erfahrung nach behalten es die Gläubigen meist für sich, wenn ihnen eine Predigt nicht gefallen hat. „Aber wenn sie begeistert waren, dann sagen sie es dem Pfarrer.“
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.232 Datum: Samstag, den 04. Oktober 2008 Seite: Nr.9 Rheinische Post 30- September 2008 Alpentrio bringt den Herrgott näher Geldern (ym) Zu einem Konzert der etwas anderen Art lud das Alpentrio Tirol die Gelderner am Sonntag in die Heilig-Geist-Kirche ein. Unter dem Titel „Das Abendgebet der Berge“ präsentierten Georg Astenwald, Mario Wolf und Christoph Purtscheller aus Tirol bekannte Kirchenlieder und volkstümliche Lieder aus den Bergen.
Dabei begleiteten sie ihren Gesang abwechslungsreich mit Gitarre, Akkordeon und Orgel. Auf die Idee, ein sakrales Konzert ins Programm aufzunehmen, wurden die Musiker von einem belgischen Geistlichen gebracht, der sie dazu inspirierte, den Herrn mit der eigenen Musik zu loben. Durch das Programm führte Georg Astenwald, Kopf des Trios, selbst: „Nach dem ereignisreichen Sonntag laden wir zu einem kirchlich-musikalischen Abend ein. In der Kirche kann man innehalten und vielleicht den Ruf des Herrgotts hören.“

Er erklärte den rund 350 andächtig lauschenden Zuhörern, dass es das Ziel der Gruppe sei, sowohl von der Kraft der Natur, als auch von der Kraft des Gebets zu singen. Dabei solle Gott den Zuhörern wieder näher kommen und seine Heiligkeit gelobt werden. Und das war in zwei Blöcken von je einer Dreiviertelstunde auch der Fall.
Volkstümliche Lieder aus der Alpenregion wie „Da droben auf dem Berg steht ein Kircherl“ wechselten sich mit sakraler Musik wie dem „Ave Verum“ ab und sorgten so für ein stimmungsvolles Programm. Besonders das gegen Ende als Kanon interpretierte „Panis Angelicus“ ließ die geschulten Stimmen der Sänger erkennen. Als es hieß: „Wir wollen uns von Euch verabschieden und wünschen eine gute Nacht“, gab es anhaltenden Applaus und den Wunsch nach einer Zugabe, die gerne gewährt wurde. Allerdings war es nicht das Trio, das die Zugabe lieferte, sondern das Publikum, das lautstark und textsicher in das Kirchenlied „Lobet den Herren“ einstimmte. Und so waren es nicht nur die drei Musiker, die den Herrn mit ihrer Musik lobten.
Rheinische Post 9. September 2008 
Experimentierende KoreanerVON LISS STEEGER GELDERN „Freuen wir uns auf ein Konzert der besonderen Art.“ So begrüßte Pfarrer Ralf Streppel ein mit Musikliebhabern gut gefülltes Mittelschiff in der Heilig-Geist-Kirche Geldern. „Encounter“ heißt Begegnung. Damit ist hier das Zusammentreffen zweier unterschiedlicher Instrumente mit experimenteller Kunst gemeint.
Harmonie trotz Abstand Vor einer übergroßen Tuchleinwand platzierte sich Kyoungbin Back mit seiner Tuba. Die seit acht Monaten als Organistin der evangelischen Kirchengemeinde tätige Jeehyun Park ging wie gewohnt zu ihrem Arbeitsplatz auf die Empore. Trotz des Abstands harmonierten und verstanden sich die beiden Künstler von Beginn an hervorragend.
Auf die für die Kirche ungewohnten dumpf-dröhnenden Tuba-Töne musste sich das Zuhörerohr im Larghetto der Sonate C-Dur von Georg Friedrich Händel erst einmal einlassen. Doch bereits im Allegro (munter, fröhlich) und in der Gavotte (rasch, lebhaft) hatte man sich an die gut zusammenpassenden Töne gewöhnt. Sich multiplizierende Zauberwürfelspielereien waren der videotechnische Hintergrund auf der Leinwand beim melancholisch wirkenden „Labyrinth von Jacqueline“ des französischen Komponisten Jacques Offenbach. Hierbei tauschte Jeehyun Park die Orgel gegen den Flügel. Von Franz Liszt stammt das Präludium und die Fuge über B-A-C-H für Orgel, das dramatisch schnell begann.
Alle drei Experiment-Elemente flossen bei einem koreanischen Volkslied zu einer Improvisation ineinander. Während der Bereich „Medien-Kunst“ unter der Regie von Keosang Yoo mit Bindfaden-Regen aus seinem Film zum Thema „Wasserkreis“ begann, stimmte Kyoungbin Back mit koreanischem Gesang ein, der von Park an der Orgel unterstützt wurde. Wenn sich nicht in diesem Augenblick die Sonne durch das Kirchenfenster auf der Leinwand gezeigt hätte, wären die Zuschauer einer wahrhaft trüben Stimmung erlegen.
Zwei Meter langer Pinsel Versöhnlich wirkte anschließend insbesondere das Andante sostenuto (Romanza) aus dem Concert für Bass Tuba, das der englische Komponist und Dirigent Ralph Vaughan Williams 1954 geschrieben hat. Während des letzten Stückes „Encounter II“ (Tuba Solo), nach der sich das Ensemble benannt hat, kam das Konzert-Experiment zum Tragen. Keosang Yoo holte hinter der Leinwand einen Eimer blauer Farbe sowie einen zwei Meter langen Pinsel hervor. Er ließ sich von den Tuba-Tönen inspirieren, als er die Leinwand mit Zeichen bemalte.
- /LISS STEEGER Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.211 Datum: Dienstag, den 09. September 2008 Seite: Nr.13
Rheinische Post 24. Mai 2008 
Rheinsche Post 4.3.2008 
Niederrhein Nachrichten 1.3.2008 
Rheinische Post 8. Februar 2008 Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.229 Datum: Dienstag, den 30. September 2008 Seite: Nr.22
- /STEFAN GILSBACH

Rheinische Post 8. Februar 2008 
50 Jahre Kirche in WalbeckDie evangelische Kirchengemeinde Geldern feiert am morgigen Samstag das Jubiläum des Gotteshauses im Spargeldorf mit einem Festgottesdienst und einer Ausstellung. Zeitzeugen erinnern sich an die Anfäng.VON UDO SPELLEKEN WALBECK „Bei strahlendem Sonnenschein erlebten die evangelischen Christen der Gemeinden Geldern und Walbeck die feierliche Einweihung der neuen Kirche an der Ringstraße in Walbeck,“ stand in der Rheinischen Post vom 10. Februar 1958, die über das Ereignis tags zuvor in einem ausführlichen Artikel berichtete.
Auch Emmi Ruthsatz, Selma Gottschling, Detlef Kranke und Adelheid Wawrzinek erinnern sich noch gerne an diesen denkwürdigen Tag. Nachdem über Jahre die Gottesdienste der kleinen evangelischen Gemeinde in der Fabrik Lindemann, in der Gastwirtschaft Deckers und zuletzt in der Walbecker Schule abgehalten werden mussten, wurde vom damaligen Gelderner Pfarrer Echternacht am 30. Mai 1957 offiziell der Bauantrag für den Neubau einer Kirche in Steinmauerwerk gestellt.
Der ursprüngliche Plan, eine Holzbaracke zu errichten, war vom Presbyterium endgültig verworfen worden. Die Baukosten betrugen damals rund 31200 Mark. Mehr als die Hälfte wurde von der Gemeinde aufgebracht. „Die Fundamente haben wir selbst ausgehoben,“ erzählt der damals 17-jährige Detlef Kranke, der als Lehrling auch noch bei den Malerarbeiten half. „Wir haben zur Einweihung mit Tannengrün gekränzt“, weiß die 1946 aus Niederschlesien übergesiedelte Selma Gottschling.
Zu den 620 evangelischen Gemeindegliedern aus Walbeck kamen 1958 noch 120 Personen aus Lüllingen hinzu. Überwiegend als Ostvertriebene hatten sie sich in Walbeck und Umgebung eine neue Existenz geschaffen. Sie alle waren stolz auf ihre Kirche, die zunächst freistehend am Ortsrand „mit ihrem schlichten, formschönen Bau einen gediegenen Eindruck macht und gut in das Landschaftsbild passt“, so eine Aussage aus der damaligen Zeit.
„Ich erinnere mich gut, dass bei der Einweihung die Glocken von St. Nikolaus geläutet haben,“ meint Emmi Ruthsatz, denn die eigene Glocke kam erst später. Die drei Zeitzeugen geben zu, dass sie bis auf den heutigen Tag „ihren“ Stammplatz in der Kirche haben. Regelmäßig besuchen die beiden Damen heute die Frauenhilfe, die bereits im Jahr 2000 ihr 50-jähriges Bestehen feiern konnte. Adelheid Wawrzinek ging damals jeden Samstagnachmittag zum Jugendtreff in die Kirche und hörte biblische Geschichten, die Frau Echternacht vorlas: „Das war für uns eine Selbstverständlichkeit, und es waren immer um die 20 Jugendliche da.“ So war es auch gedacht: „Die neugeschaffenen Räume sollen für Zwecke des Gottesdienstes, der Jugendfürsorge und der Caritas Verwendung finden,“ schrieb Echternacht damals an den Oberkreisdirektor in Geldern. Bis heute ist die gemütliche Kirche ein beliebter Versammlungsraum.
Rheinische Post 28. Januar 2008  
Lessings Dialog der Religionen In der Heilig-Geist-Kirche hat das Theatrum von Schloss Hohenerxleben Lessings „Nathan der Weise“ aufgeführt. Die Schauspieler waren bereits zum zweiten Mal in Geldern. VON ANNA GRESHAKE Geldern Stolze 200 Jahre ist er alt, an literarischem Gewicht hat er nichts eingebüßt. Lessings „Nathan der Weise“ zieht heute noch Menschen aller Generationen in seinen Bann - wie vergangenen Freitag, als vier Darsteller des Theatrum von Schloss Hohenerxleben das Stück in der Heilig-Geist-Kirche aufführten. Bereits zum zweiten Mal gastierte das Ensemble von Friederike von Krosigk in Geldern. Eigens für den Kirchenraum konzipiert und auf aufwendige Tontechnik verzichtend, überzeugten Harfe, Geige, persischer Santur im Zusammenklang von hebräischen-, frühchristlichen- und persischen Gesängen das Publikum recht schnell. Doch das akustische Erlebnis war nicht die einzige Besonderheit der Inszenierung: Die Besetzung des persischen Sultan Saladin mit dem Iraner Vahid Shahidifar, die einfachen und doch charakteristischen Kostüme und das von den drei Weltreligionen gleichermaßen inspirierte Bühnenbild, eingetaucht in warmes Licht, gaben dem Stück eine authentische Tiefe. Auffällig war auch, dass der „mit der kleinsten (Reichtum) und der größten (Weisheit) Gabe Gottes ausgestattete“ Nathan von Friederike und Hubertus von Krosigk verkörpert wurde. Zunächst etwas ungewöhnlich, überzeugte diese Idee doch mehr und mehr mit der Möglichkeit den Worten mehr Eindruck zu verleihen. Gekürzt und auf die Religions-Dialoge konzentriert wurden die großen Fragen der Konfessionen gestellt und die Konflikte gezeigt. „Liebt der christliche Tempelherr das Judenmädchen?“, fragte sich Søren Wendt eindrucksvoll. Fast komödiantische Züge zeigten sich in dem Disput zwischen Tempelherr und Patriarch, der sich gleich in dreifacher Besetzung mit synchroner Mimik und Gestik über den „Frevel ein Christenmädchen als Jüdin aufzuziehen“ aufregte. Überhaupt war die Inszenierung durch die mehrfachen Rollenbesetzungen lebendig. Der Höhepunkt des Abends, die „Ring-Parabel“, die die Frage „nach der einzig wahren Religion“ beantwortet, ist immer noch brisant, und der versöhnliche Schlussgesang „Halleluja-Ya Allah-Shalom“ ging unter die Haut. Diese toll gespielte interkulturelle Auseinandersetzung wurde mit viel Applaus belohnt und auch Wemkea Wilckens und Carina Hofmann vom Deutsch-Leistungskurs des Lise-Meitner-Gymnasiums konnten dem vom Lehrer verordneten Besuch etwas abgewinnen: „Es war echt gut dargestellt und durch die Musik auch nicht eintönig.“ - /ANNA GRESHAKE Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.23 Datum: Montag, den 28. Januar 2008 Seite: Nr.12
Niederrhein Nachrichten 26.1.2008 Black Gospel Stars begeisterten in Geldern
Gospelmusik auf höchstem Niveau erlebten die Besucher inder Heilig-Geist-Kirche in Geldern. Die „Black Gospel Stars“ unter Leitung von Gregory M. Kelly gaben in der evangelischen Kirche vor ausverkauftem Haus ihre Stimmen zum Besten. In einem rund zweistündigen Programm begeisterten sie mit Liedern wie Oh,Happy Day,Amen, Whole World in his Hands, Joshua fit the Battle, Down by the Riverside,Kumbaya und Walk in Jerusalem. Mit ihrem Auftritt sorgten die amerikanischen Künstler für spirituelle und emotionale Stimmungen, denen sich kaum ein Zuhörer entziehen konnte. NN-Foto:W. Reiher Rheinische Post 23.1.2008 
Mitreißende "Black Gospel Stars" in Geldern
VON UDO SPELLEKEN GELDERN Die spirituelle Musik der Afro-Amerikaner berührt die Menschen seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals entwickelte sich das Genre der Gospel-Songs. Gospel bedeutet Evangelium. So verbreiteten die Musiker die frohe Botschaft und spendeten gleichzeitig Kraft in Zeiten der Sklaverei und der Unterdrückung. Dass die Gospelmusik bis heute nichts von ihrer Kraft verloren hat, bewiesen die „Black Gospel Stars“ in einem explosiv zelebrierten Konzert in der Heilig-Geist-Kirche. „Unsere Kirche ist ein Ort für Kunst, Kultur und Konzerte, mit denen man hautnah und mitten im Gottesdienst ist. Auch Gospel ist ein Instrument, um die frohe Botschaft zu verbreiten,“ so begrüßte Pfarrer zur Anstellung Niko Herzner in der voll besetzten Kirche ein erwartungsvolles Publikum. Nach dem bewegend gesungenen Gebet „Father in heaven“ platzierten sich die vier Sängerinnen und drei Männerstimmen in blauen Roben mit gelbem Schal vor dem Abendmahlstisch und stimmten die Zuhörer mit „To my fathers house“ und „Down by the riverside“ auf spirituelle Musik und glaubensstarkes Lebensgefühl ein.Für eine bewegende Dynamik sorgte die charmante Monica Schmidt, die in einem Sopransolo „Sweet Chariot“ mit ansprechendem Arrangement und höchsten Tönen den zündenden Funken zum Publikum überspringen ließ. Bei „Let it shine“ und “Go tell it on the mountains“ sorgten die Männerstimmen für ein beachtliches Klangvolumen und packenden Rhythmus, so dass die Zuhörer begeisternd mitklatschten. An die gewaltige Altstimme einer Aretha Franklyn oder Mahalia Jackson erinnerte „Mama“ Ingrid Arthur, die sich unendlich vielseitig in den Bereichen Gospel, Soul, Jazz und Blues gleichermaßen zu Hause zeigte. Sie begeisterte in „Jerusalem“ und „Precious Lord take my hand“ durch Energie und authentische Gefühlsäußerung, die ansteckte. „He’s got the whole world in his hands“ und „Glory Halleluja“ vermittelten leidenschaftlich die Botschaft von Glaube, Liebe und Lebensfreude und versetzte die Zuhörer in jene euphorische Stimmung, wie man sie aus den Gottesdiensten in der USA her kennt: eine emotionsgeladene Atmosphäre, die von den Kirchenbänken reißt und anregende Gemeinschaft erleben lässt. Im Reggae-Stil wurde das „Kumbai yah my lord“ einmal ganz anders empfunden und natürlich durften „Oh happy day“ und „When the saints“ mit Publikumsunterstützung nicht fehlen. Die Gemütsbewegungen, die mitreißende Musik, die erstklassigen Stimmen und der eingängige Rhythmus machten den Abend zu einem Ereignis, an das sich die Besucher noch lange erinnern werden. Ein weiteres Konzert der Black Gospel Stars findet am 26.Februar um 20 Uhr in der Stadthalle Kleve statt. Karten sind erhältlich bei den dortigen Vorverkaufsstellen oder der Ticket- und Infohotline Telefon:0234 9471940. Weitere Informationen: www.blackgospel-tour.com.Rheinische Post 11.1.2008
Rheinische Post 8.1.2008
Rheinische Post 28.12.2007
Neue Hände an der Orgel Die Koreanerin Jeehyun Park tritt mit dem Jahreswechsel ihr Amt als Organistin und Kantorin in der evangelischen Kirchengemeinde Geldern an.
VON LISS STEEGER
GELDERN Über „Joy to the world“, nach der Musik von Georg Friedrich Händel, gestaltete die neue Organistin Jeehyun Park das Vorspiel im Mitmachgottesdienst am zweiten Weihnachtstag in der Heilig-Geist-Kirche. Ab Neujahr wird sie „Freude“ in die evangelische Kirchengemeinde Geldern bringen, wenn sie ihren offiziellen Dienst als Organistin und Kantorin antritt. An der Orgel trägt sie spezielle Schuhe, die sie aus ihrer Heimat mitgebracht hat.
Nach einem abgeschlossenen Informatik-Studium in Südkorea, bei dem sie ihren Mann Jaeho Kim kennen lernte, studierte sie an der Theologischen Universität Seoul Kirchenmusik im Hauptfach Orgel. „Ich bin christlich erzogen und folge Gottes Willen“, erzählt sie von der Zeit, als es sie 2003 nach Deutschland zog. Beim Goethe-Institut in Bonn hat sie zunächst in sechs Monaten Deutsch gelernt, bevor sie in Düsseldorf an der Robert-Schumann-Hochschule den Diplom- und Aufbaustudiengang in Evangelischer Kirchenmusik absolvierte. Im Februar wird sie zusätzlich ihre A-Prüfung ablegen.
Morgen Umzug
Bis dahin wird sie in Geldern und Kerken schon genügend Erfahrung bei der liturgischen Begleitung von Gottesdiensten und im Konzert am 5. Januar gesammelt haben. Morgen wird die 34-Jährige nach Geldern umziehen. In ihrem bisherigen Wohnort Neuss, Stadtteil Weckhoven, hat sie seit drei Jahren als nebenamtliche Organistin ihr Studium finanziert. Den Ruf nach Deutschland hat Jeehyun Park auch ihrer ehemaligen Professorin in Korea zu verdanken, die ebenfalls in Deutschland Kirchenmusik studiert hat. „Die Kirchenmusik in Korea ist in dem Sinne nicht klassisch, sondern mehr amerikanisch“, erklärt sie den weiteren Grund, hierhin zu kommen. Etwa ein Viertel der koreanischen Bevölkerung ist christlich. Es gibt dort sehr große Gemeinden mit bis zu 20000 Mitgliedern. Auch die neue Kantorin liebt Gospel- und Spiritualmusik, „doch auf Dauer ist das nichts“. Als Zwölfjährige hat Jeehyun Park in Korea bereits als Pianistin Gottesdienste begleitet. Sie freut sich, dass sie jetzt als Organistin arbeiten kann, den Posaunenchor leiten wird und die Chormusik in der evangelischen Kirchengemeinde neu aufbauen kann. Wie fröhlich es sein kann, in Gemeinschaft zu singen, stellte sie mit der spontanen Einübung des Kanons „Er ist die rechte Freudensonn’“ mit der Gemeinde unter Beweis. Ihr eigener Lieblingskomponist und ihr großes Vorbild als Kirchenmusiker ist Johann Sebastian Bach, von dessen „Fantasie und Fuge in g-Moll“ sie fasziniert ist. Sie liebt auch die Barockmusik von Vivaldi und Händel sowie die Romantiker Reger und Mendelssohn-Bartholdy.
Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.300 Datum: Freitag, den 28. Dezember 2007 Seite: Nr.21 Rheinische Post 24.12.2007
Proben für Heiligabend In der Heilig-Geist-Kirche wurde am Samstag ein Predigtspiel für den heutigen Weihnachtsgottesdienst geprobt. Allen Beteiligten macht es viel Spaß.
VON ANNA GRESHAKE
Geldern Hektisches Hin- und Herrennen, viel Aufregung in der Luft und lautes Kinderlachen - in der Heilig-Geist-Kirche in Geldern fast ein vertrautes Bild. Am Samstagnachmittag fand die Generalprobe des Weihnachtsspiels für den Familiengottesdienst statt, der heute, Heiligabend, um 15 Uhr beginnt. Etwa 20 Kinder, Jugendliche und Erwachsene hatten an den Adventswochenenden ein Predigtspiel der Xantenerin Brigitte Messerschmidt geprobt. Am Samstag wurde es dann zum ersten Mal mit allen Texten und Liedern für Eltern, Geschwister, Großeltern und andere Interessierte aufgeführt.
Pfarrer Niko Herzner, der die Proben mitbegleitete, erklärte die Auswahl des Stückes: „Im Familiengottesdienst in Geldern ist ein Weihnachtsspiel an Heiligabend schon Tradition und für mein erstes Mal hier sollte es ein besonderes Stück sein. Dieses Predigtspiel hat meine Mutter geschrieben und es hat mir immer schon am besten gefallen von allen.“ In der Geschichte kommt es zu familiären Streitereien beim Schmücken des Weihnachtsbaumes, weil der „pubertierende Bruder“ unbedingt auf ein Osterei am Tannenbaum beharrt. Die Familie einigt sich auf einen Kompromiss: Das Ei darf hängen bleiben, wenn die Verbindung zwischen Ostern und der Geburt Jesu vernünftig begründet wird. Dabei hilft der Evangelist Lukas, der Einblicke liefert in die Zeit Jesu. Doch weil „es viel zu kompliziert ist, alles zu erklären“, wird als Hilfe für die Familie die Weihnachtsgeschichte gespielt. Nun kommt es zu vielen schönen Szenenwechseln: Der kleine Soldat, der die Befehle des Kaisers Augustus von einer Pergamentrolle vorliest, die Herbergssuche von Maria und Josef, die Nachtwache der Hirten und die Engel, die die frohe Botschaft Gottes verkünden. Die Familie versteht immer mehr, doch ob’s reicht, das Osterei am Weihnachtsbaum hängen zu lassen? Tamara Balfanz (8) hat nur noch mit der Aufregung vor Heiligabend zu kämpfen: „Mir hat es total viel Spaß gemacht, vor allem, dass meine Rolle so viel Text hat, finde ich super.“ Auch Pfarrer Niko Herzner zeigte sich begeistert: „Ich finde, eine Weihnachtsgeschichte mit Erwachsenen und Kindern zusammen zu spielen ist das beste Rezept, um von Gott zu erzählen“. Quelle: Verlag: Rheinische Post Verlagsgesellschaft mbH Publikation: Rheinische Post Kevelaer Ausgabe: Nr.298 Datum: Montag, den 24. Dezember 2007 Seite: Nr.13 Rheinsche Post 1. Oktober 2007VON UDO SPELLEKEN
GELDERN „Nichts bewahrt uns so gründlich vor Illusionen, wie jeden Morgen in den Spiegel zu schauen,“ diesen Spruch von Aldous Huxley kann man auf einem Spiegel in der Diele von Niko Herzner lesen. Noch lebt er im Umzugsstress und ist dabei die Kisten und Kartons, die sich in der Wohnung stapeln, auszupacken. Zum 1. Oktober wird der 34-jährige nach bestandenem zweiten Examen seinen Dienst als Pfarrer zur Anstellung bei der Evangelischen Kirchengemeinde antreten. Geboren ist Herzner in Namibia, wo sein Vater bis 1976 als Pfarrer tätig war und lebte mit seiner Familie danach in Wuppertal und in Hamminkeln. Dass auch er Theologie studieren wollte, stand für ihn lange Zeit nicht fest, denn Physik und Chemie interessierten ihn nach dem Abitur mehr. Doch während seiner Zivildienstzeit, die er in der theologischen Studentengemeinde Münster absolvierte, wurde ihm klar, dass nur ein Theologiestudium für ihn in Frage kam, und so schrieb er sich 1997 an der Westfälischen Wilhelms Universität Münster ein. Noch ganz genau erinnert er sich, als er zum ersten Mal mit 25 Jahren auf der Kanzel stand. Sein Vater hatte es ihm in der Heimatgemeinde Hamminkeln ermöglicht, eine Predigt zum Bibeltext Matthäus 12, Vers 46 - 50 (Jesu wahre Verwandte) zu halten. Dabei wurde ihm bewusst, dass predigen für ihn authentisch sein muss, und er bis heute in der Auslegung des Evangeliums immer sein „selbstformuliertes Glaubensbekenntnis“ sieht. Die Gestaltung von Gottesdiensten mit Gruppen und Musik liegt ihm besonders am Herzen, wie überhaupt die Arbeit im Team für ihn wichtig ist. Während seiner Vikariatszeit an der Stadtkirche in Dinslaken war für Herzner die örtliche, ökumenische Zusammenarbeit in einem theologischen Geist, jenseits der Lehrfragen, selbstverständlich. „Nicht nur vormachen, sondern aktiv mitmachen und teilnehmen,“ so sieht er die Aufgabe eines Pfarrers in der Gemeinde. Er liebt neue geistliche Musik, spielt selbst Bassgitarre und hat ein Faible fürs Skaten. Mit seiner Frau Barbara, die als Assistenzärztin im Weseler Marien-Hospital arbeitet, wird er in der Freizeit mit dem Tandem das Gelderland erkunden. Der Spruch aus Psalm 18 auf einer Tasse aus der Examenszeit ist für den Pfarrer mit dem langen Pferdeschwanz („Ich liebe lange Haare“) und dem Kinnbärtchen zu einem Lebensmotto geworden: „Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen.“ Er freut sich richtig auf die Gemeinde in Geldern und zitiert aus dem Römerbrief: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem Ratschluss berufen sind.“
Info: In einem Abendmahlsgottesdienst am 7. Oktober, 11 Uhr in der Heilig-Geist-Kirche wird Gemeindepfarrer Ralf Streppel den neuen Pfarrer zur Anstellung Niko Herzner der Gemeinde vorstellen. Vorher haben die Gemeindeglieder in Hartefeld Gelegenheit ihn bei einem Gottesdienst um 9 Uhr kennen zu lernen. Am 21. Oktober um 11 Uhr und am 31. Oktober (Reformationstag) um 19 Uhr wird Herzner in der Evangelischen Kirche predigen. 
Rheinsche Post 5. September 2007
Rheinische Post 19. Juni 2007
Rheinische Post 9.6.2007
Zwei Jazz-Musiker erfüllten Kirchenraum GELDERN (list) Über Jazzmusik in der Kirche hat der Aphoristiker Peter Rudl mal gesagt: „Musik ist vielleicht die ehrlichste, authentischste Brücke zu Gott. Klassik, Jazz oder Punk, ihr Ursprung spielt keine Rolle, solange bloß die Gänsehaut und die Dankbarkeit für sie lebt.“ Zum Konzert „Two on Jazz“ hatte die evangelische Kirchengemeinde in die Heilig-Geist-Kirche eingeladen.
„When I fall in love“ wählte Sängerin Gabriele Schürenberg zum Auftakt aus ihrem reichhaltigen Repertoire der Jazzballaden sowie Latin- und Swingstücke. Sie wurde von dem diplomierten Jazzgitarristen Frank Haunschild begleitet, der auch von seiner aktuellen CD „See you soon“ Solostücke spielte.
Haunschild ist Professor für Jazzgitarre, Komponist, Gitarren-Tester und Autor eines weit verbreiteten Gitarrenlehrbuchs. Bei „Rio, New York, Rio“ stellte er sich einen Flug von Rio de Janeiro als Hauptstadt der südamerikanischen Musik nach New York als Hauptstadt der nordamerikanischen Musik vor. Seine Stücke basieren vielfach auf einem komplexen Latin-Groove und erzeugen stimmungsreiche Bilder zwischen Lebensfreude und Melancholie. „Bluebird“ hat er seinem Auto gewidmet, das ihm neun Jahre lang die Treue hielt.
Gabriele Schürenberg, die sich bereits als eine der „Four ladies for Jazz“ im Krefelder Raum einen Namen gemacht hat, begeisterte mit gefühlvollen Standards („Que reste-t-il de nos amours?“) und bluesigen Balladen („Estate = Sommer“). „Autumn Leaves“ gab es in der französischen Version „Les Feuilles Mortes“ und Chick Coreas „Spain“ im angezogenen Tempo.
Antonio Carlos Jobim galt als einflussreichster Komponist Brasiliens und als einer der Begründer des Bossa Nova. Heute trägt der internationale Flughafen der Stadt Rio de Janeiro seinen Namen. In Jobims „Chega de Saudade“, das „Two on Jazz“ zum Abschluss spielten, waren südamerikanische Rhythmen zu finden. Auch wenig Zuhörer können so begeistert sein, dass sie als Zugabe „Stolen Moments“ (Gestohlene Zeit) erhielten.

In Gottes Dienst: Ordination in GeldernVON GUIDO SCHWARTGES GELDERN Die Ordination eines Pfarrers, seine Beauftragung zur Verwaltung der Sakramente und zur Verkündigung, ist ein bedeutendes Ereignis. Das dies nicht nur für die einzelne Person, sondern für die ganze Gemeinde gilt, zeigte sich Sonntagnachmittag in der evangelischen Heilig-Geist-Kirche in Geldern. Superintendentin Karin Dembek ordinierte Wolfgang Willnauer-Rosseck, der als Pfarrer zur Anstellung in Geldern tätig ist, in einem feierlichen Gottesdienst mit Orgel und Posaunenchor.
„Die Ordination findet in der Regel nach etwa der Hälfte der dreijährigen Dienstzeit als Pfarrer zur Anstellung statt“, erklärte Stefan Schmelting, Pressereferent des evangelischen Kirchenkreises. Dann habe sich die Gemeinde von den Qualitäten des Pfarrers überzeugen können.Dass Pfarrer Willnauer-Rosseck überzeugt hat, zeigte die rege Teilname an der Feier. „Denn lebendig ist das Wort Gottes, kraftvoll und schärfer als jedes zweischneidige Schwert“, zitierte die Leiterin des evangelischen Kirchenkreises den Hebräerbrief. Ein Wort, anhand dessen sie Willnauer-Rosseck einige Tipps für die Seelsorge mitgab.„Wir wollen diesen Bruder in die Verkündigung des Herrn rufen“, sagte Superintendentin Dembek, die mit neun Vertretern der evangelischen Kirchengemeinde und anderen Pfarrern, darunter auch der katholische Pfarrer von Maria Magdalena Geldern, Stefan Dördelmann, die Ordination durchführte. „Du wirst dazu ordiniert, das Wort Gottes zu verkünden, zu taufen und die Abendmahlfeier zu leiten“, nannte die Superintendentin die Kernaufgaben des frisch Ordinierten und gab ihm Ratschläge und Anleitungen zu ihrer Erfüllung an die Hand.„Ja, mit Gottes Hilfe“Pfarrer Willnauer-Rosseck akzeptierte die ihm anvertrauten Aufgaben: „Ja, mit Gottes Hilfe.“ Nacheinander legten die zehn Pfarrer und Gemeindemitglieder, die sich im Halbkreis versammelt hatten, dem Pfarrer zur Anstellung die Hände auf und sagten ihm ein persönliches Bibelwort, das ihn auf seinem Weg begleiten soll. „Das sind Segensworte, die dem Ordinierten Mut mit auf den Weg geben sollen“, erklärte Schmelting. Im Herbst 2008 läuft die Stelle als Pfarrer zur Anstellung für Willnauer-Rosseck aus. Doch vorher gibt es noch einiges für ihn zu tun. So werde der 43-Jährige beispielsweise mit einer Gruppe von indonesischen und deutschen Jugendlichen zum evangelischen Kirchentag nach Köln fahren, sagte Superintendentin Dembek.
Rheinische Post 22. Mai 2007

Rheinische Post 29.4.2007 
Rheinische Post 21.4.2007 
Rheinische Post vom 20. April 2007 
Rheinische Post 27. März 2007

Von der Begeisterung der „Voices of Gospel“ ließ sich das Gelderner Publikum schnell anstecken. Die temperamentvollen Rhythmen und die ansteckende Lebensfreude in der Darbietung des amerikanischen Chores rissen die Besucher am 22. Januar in der Heilig-Geist-Kirche von Beginn an mit. Unter der Leitung von Reverend Dwight Robson präsentierten die Musiker einen Streifzug durch die Welt der Spirituals und Traditionals, bei dem auch Hits wie „Oh Happy Day“ oder „Go Down Moses“ nicht fehlen durften. NN-Foto:Theo Leie 24.1.2007
Das Kreuz schlägt Funken

Der Engel und das große Kupferkreuz der Heilig-Geist-Kirche wurden gestern von der Kirchturmspitze heruntergeholt. Die Aufhängung war total verrostet. Engel und Kreuz drohten abzubrechen. VON JÖRN LOTZE Noch steht das kupferne Kreuz auf der Kirchturmspitze der Heilig-Geist-Kirche in Geldern. Mehrere Meter ragt es stolz in den niederrheinischen Himmel. Markus Gerke der Frima Gravendyck Bedachungen aus Veert, greift zur elektrischen Flex. Funken fliegen. Bald wird das geschätzt sieben Zentner schwere Kreuz aus seiner Verankerung an der Kirchturmsspitze abgeschnitten sein. Vor einigen Monaten bemerkte die evangelische Kirchengemeinde, dass das Kreuz und der darüber angebrachte Engel jedes Mal heftig zu wackeln begannen, wenn die Glocken läuteten. „Wir hatten Angst, dass das irgendwann abrechen würde“, sagt Pfarrer Oliver Flader. Das mehr als 50 Jahre alte Kreuz und die Verankerung sind völlig verrostet. Seit Ende der Sommerferien schweigen daher die Glocken. Der 45 Meter hohe Kran, von dessen Korb aus Markus Gerke mit seinem Kollegen die Arbeiten am Kirchturm durchführt, dreht ein wenig nach rechts. Gerke sägt an einer anderen Stelle weiter. Im Korb eines zweiten Krans, etwas weiter höher, steht derweil Uwe de Boer von der Zimmerei de Boer und hält das Seil fest, an dem er zuvor das Kreuz befestigt hat. Schließlich soll es nicht ausschwenken und auch nicht herunterfallen. Eine Etage tiefer kommen die Männer nicht mehr weiter. Die Flex reicht nicht ganz ins Innere der Verankerung. Das Kreuz hängt noch an einem kleinen Zipfel. „Es will nicht herunter“, sagt Gerke. Das müssen die Handwerker jetzt aber, um eine Handsäge zu holen. Der Kran wird heruntergefahren. Vorhin, als der gut ein Meter große Engel heruntergeholt wurde, ging alles viel schneller. Der Kran fährt wieder hoch. Noch einmal sägen die Männer, dann ist es geschafft. Das Kreuz baumelt am Seil des oberen Krans. Langsam wird es zu Boden gefahren und landet auf einem Kleinlastwagen. Im Frühjahr sollen Engel und Kreuz wieder auf dem Dach stehen. Und schon zu Weihnachten können die Glocken wieder läuten. Rheinische Post 1.12.2006
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